
ENERGIE | von Ulrike Linnig
Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum und inno2grid
Wärmewende mit Zukunftslust
Seit Frühsommer diesen Jahres kooperiert Zukunftslust mit zwei Student*Innen der Ruhr-Universität Bochum, die von inno2grid - einer Fach- und Managementberatung für Energie- und Mobilitätsinfrastruktur mit Sitz auf dem EUREF-Campus am Südkreuz - betreut werden.
Unser Kiez um den Marienplatz dient dabei als Referenzkiez – für uns eine tolle Gelegenheit, mehr darüber zu lernen, was in unserem Kiez möglich ist, und für die Studierenden ist es interessant, sich mit praktischen Fragestellungen auseinanderzusetzen.
Dilara Anabolu recherchiert, welches Potenzial das Gelände des Stadions Lichterfelde (inkl. Teltowkanal) für eine fossilfreie Strom- und Wärmeversorgung hat, Minkun Kim beantwortet die Frage, ob die Energieversorgung im Kiez autark sein kann.
Kann sich unser Kiez selbst mit Energie versorgen?
Minkuns Praktikumsprojekt bei Inno2Grid untersucht, wie stark ein Stadtviertel durch Umstieg auf erneuerbare Energien seine Abhängigkeit von externer, fossiler Energie verringern kann.

Vorgehensweise
Dafür werden Daten zu Gebäuden, Einwohnern und Flächennutzung mit typischen Stromverbrauchs-Profilen und örtlichen Temperaturwerten kombiniert.
So entsteht ein Modell, das den Strom- und Wärmebedarf für jede einzelne Stunde des Jahres zeigt (insgesamt 8.760 Stunden). Dadurch kann man Angebot und Nachfrage stundengenau vergleichen.
Erneuerbare Energiequellen
Um den Bedarf des Kiezes zu decken, untersucht das Projekt verschiedene Möglichkeiten der erneuerbaren Energieversorgung. Dabei wird Solarstrom von Dächern (Photovoltaik) mit einem sogenannten "zellulären" Nahwärme-Konzept kombiniert. Das bedeutet: Gebäude werden in Gruppen (Cluster) eingeteilt und über ein Nahwärmenetz versorgt.
Konzept – 1. Entwurf

Als Wärmequellen dienen dabei örtlich verfügbare Quellen wie Kanalwasser, gemeinsam genutzte Erdwärmebohrungen oder Abwärme. Gebäude, die zu weit entfernt liegen oder bei denen ein Anschluss zu teuer wäre, sollen stattdessen alleinstehende Luft-Wärmepumpen nutzen.
Technische und wirtschaftliche Bewertung
Durch den stündlichen Abgleich von Angebot und Nachfrage lässt sich genau feststellen, wo im Viertel noch Energie fehlt und wo Überschuß besteht. Außerdem wird untersucht, wie viel Speicherkapazität nötig wäre und wie stark das Viertel weiterhin vom öffentlichen Stromnetz abhängig wäre. All das hilft dabei, das angedachte Energienetz technisch zu bewerten, und Potenziale für eine gemeinschaftliche Energieversorgung zu identifizieren.
Tägliche Nachfrage nach Strom und Wärme im Kiez am Marienplatz für das Kalendarjahr 2023 (Modellrechnung)

Die Ergebnisse des Projektes werden in einem der nächsten Newsletter vorgestellt. Wenn ihr in der Zwischenzeit Fragen oder Anregungen habt, dann kontaktiert gerne Ulrike per Email.





