Am 18. März 2025 traf ich den für Steglitz-Zehlendorf zuständigen Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Patrick Steinhoff (CDU), um ihn über die neue Kiezinitiative ZUKUNFTSLUST zu informieren und die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu eruieren.
Herr Steinhoff begrüßte ebenfalls, dass sich nun auch eine Initiative im Kiez Lichterfelde-Ost gebildet hat und lobte das Engagement. Auch wenn er für die meisten unserer Anliegen nicht zuständig ist, so wusste er doch über interessante Maßnahmen zu berichten und gab mir einige wertvolle Tipps an die Hand.
So hat der Bezirk in Hinblick auf die Beantragung von Förderungmitteln keinerlei Möglichkeiten, denn die Bundesmittel werden an die Kommunen, sprich an das Land Berlin vergeben, und was dann in den Bezirken ankommt, bleibt dem Senat überlassen. In diesem Zusammhang betonte er jedoch, dass gemeinnützige Organisationen durchaus Fördermittel beim Bund beantragen können, die dann direkt in die bezirklichen Maßnahmen fließen.
Der Bezirk würde in so einem Fall die Fördermittelbeantragung mit sämtlichen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel unterstützen und befürworten, so dass die Erfolgsaussichten in der Regel recht gut sind. Für uns heißt das, dass wir schnellstmöglich eine gemeinnützige Organisationsform finden müssen, um unsere Ideen und Maßnahmen mit entsprechenden Geldern ausstatten zu können.
Wie auch schon Urban Aykal, erwähnte Herr Steinhoff in diesem Zusammenhang die sehr erfolgreiche Initiative der Papageiensiedlung in Zehlendorf. Unter dem Namen KliQ - Genossenschaft für ein klimafreundliches Quartier in Berlin haben sich hier die Anwohner zunächst als Verein zusammengeschlossen und im April 2024 die Quartiersgenossenschaft kliQ-Berlin eG gegründet. Die Initiative hat Vorzeigecharakter und es lohnt sich ein Blick in deren Arbeit.
Bild: Fachbereich Grünflächen Steglitz-Zehlendorf
Hinsichtlich unserer Ideen für den Marienplatz, machte Herr Steinhoff darauf aufmerksam, dass es sich bei dem Platz um ein Gartendenkmal handelt und sich damit viele Dinge ausschließen.
Zur Historie:
Der Marienplatz wurde im Jahr 1869 nach Plänen von Carstenn angelegt und, nachdem er in den 50er Jahren durch Umgestaltung teilweise zerstört wurde, 1983 der Erstanlage entsprechend wieder rekonstruiert.
Im Zuge der Wiederherstellung wurden an den Wegediagonalen 40 Winterlinden, die zur ursprünglichen Platzgestaltung gehörten, gepflanzt. Diese sind offensichtlich das Hauptgestaltungsmerkmal. Inwieweit dort Wildblumensäume geschaffen werden können, muss daher abgesprochen werden. Die Anpflanzung von Obstbäumen hingegen, dürfte aus Aspekten der Gartendenkmalpflege ausgeschlossen werden.
Wir werden jedoch das Gespräch mit dem Denkmalschutz-Beauftragten suchen.
Alles was sich hingegen unter dem Marienplatz abspielt, hält Herr Steinhoff für durchaus möglich und erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die Petrus Gemeinde wohl nicht nur im neuen Gemeindezentrum Lichterfelde-Süd Geothermie nutzen will, sondern auch am Oberhofer Platz.
Geothermie am Marienplatz für die Wärmeversorgung der Anrainer wäre aus Sicht von Herrn Steinhoff demnach eine tolle Option und wünschenswerte Maßnahme.
Aber auch hinsichtlich des Schwammstadt-Konzepts, hält er den Einbau von großen Zisternen unter dem Marienplatz, perspektivisch für denkbar und eine gute Option. Dahingehende Pläne gibt es aber weder für das eine, noch für das andere, denn hierfür fehlt es dem Bezirk schlichtweg am Geld.
Auf lokalpolitischer Ebene kommt es ganz offensichtlich nicht auf die Parteifarbe an, wenn es darum geht den Bezirk nach vorne zu bringen. Und auch die Erkenntnis der Notwendigkeit zur Veränderung in Richtung Klimaanpassung und Schutz der Biodiversität ist parteiunabhängig gereift. Die Finanzsituation wird ebenfalls in allen Lagern beklagt, weshalb die Lokalpolitik für bürgerschaftliches Engagement überaus dankbar scheint.